Zuletzt aktualisiert am 29.09.2021

Wie funktioniert die Impfung?

Der Impfstoff ermöglicht dem Körper, eine speziell gegen das Virus gerichtete Immunabwehr aufzubauen. Sobald der Körper dem Virus ausgesetzt ist, kann er es mit der Immunabwehr bekämpfen und eine Erkrankung verhindern. Die Impfung stärkt und trainiert also unser Immunsystem ganz gezielt gegen Covid-19.

Die Immunabwehr über Ansteckung und Erkrankung aufzubauen ist nicht empfehlenswert, da es auch zu einem schweren Krankheitsverlauf und Langzeitfolgen kommen kann. Mit der Impfung erlangt man auf sichere Art einen besseren und längerfristigen Schutz vor Covid-19, ohne sich den Risiken der Erkrankung auszusetzen.

Die Schweiz hat sich bisher sechs Impfstoffe mit Verträgen gesichert

Die Schweiz hat verschiedene Verträge mit Impfstoffherstellern abgeschlossen. Werden die Impfstoffe von Swissmedic zugelassen, erhält die Schweiz 2021 aufgrund des Vertrages die Anzahl reservierter Impfdosen. Die Impfstoffhersteller liefern sie Schritt für Schritt – über mehrere Monate verteilt:

  • Pfizer/BioNTech: 6 Millionen Impfdosen für das Jahr 2021 und je 7 Millionen für die Jahre 2022 und 2023
  • Moderna: 13,5 Millionen Impfdosen für das Jahr 2021 und 7 Millionen für das Jahr 2022
  • Curevac: 5 Millionen Impfdosen
  • AstraZeneca: 5,3 Millionen Impfdosen (einen Grossteil davon spendet die Schweiz an die COVAX-Initiative)
  • Novavax: 6 Millionen Impfdosen
  • Janssen: 150’000 Impfdosen für das Jahr 2021

Die Schweiz hat somit im Jahr 2021 sowie für die Folgejahre genügend Impfstoffe für die gesamte Bevölkerung.

Der Bund strebt weiterhin ein Impfstoffportfolio mit verschiedenen Impfstofftechnologien (mRNA, proteinbasiert, vektorbasiert) an, um zum Beispiel Menschen mit Unverträglichkeiten eine alternative Schutzmöglichkeit anzubieten. Der Bezug der Impfstoffe bei verschiedenen Herstellern soll sicherstellen, dass auch bei Lieferschwierigkeiten genügend Impfdosen eines zugelassenen Impfstoffs zur Verfügung stehen.

Alle Impfstoffe werden von Swissmedic sorgfältig geprüft.

In der Schweiz ist die Heilmittelbehörde Swissmedic für die Zulassung zuständig. Sie entscheidet, ob ein Impfstoff für die Schweizer Bevölkerung zugelassen wird. Kann Swissmedic die Wirksamkeit, die Sicherheit und die Qualität eines Impfstoffes bestätigen, erteilt sie die Marktzulassung für die Schweiz.

In einer ausserordentlichen Situation wie einer Pandemie muss ein Impfstoff trotz aller Dringlichkeit die üblichen Prüfungen bestehen. Der Prüfprozess kann dazu stark beschleunigt werden: Für die Pandemie setzt Swissmedic die „rollende Zulassung“ ein. Rollend, weil die Daten der Impfstoffhersteller fortlaufend eingereicht und durch Swissmedic sofort geprüft werden. Aber bei der Sicherheit gibt es keine Kompromisse – die Prüfkriterien bleiben unverändert.

Was es braucht, damit eine Impfung in der Schweiz zugelassen wird, zeigt dieses Video:

Wie wird die Sicherheit von Impfstoffen überwacht?

Nachdem ein Impfstoff zugelassen wurde, kann dieser verimpft werden. Um die Sicherheit des Impfstoffs zu gewähren, wird der Prozess genau beobachtet und kontrolliert.
Was es für die Impfstoffüberwachung braucht, zeigt dieses Video:

mRNA-Impfstoffe

Impfstoff von Pfizer/BioNTech («Comirnaty»)

Das deutsche Unternehmen BioNTech entwickelt und produziert den Covid-19-Impfstoff gemeinsam mit dem US-amerikanischen Pharmakonzern Pfizer. Pfizer/BioNTech liefert der Schweiz schrittweise 6 Millionen Impfdosen, erste Impfungen begannen im Dezember 2020. Resultate der klinischen Studien zeigten, dass der Impfstoff das Risiko, am Coronavirus zu erkranken, bei geimpften Personen um 95 % reduziert. Rund 43 000 Probanden machten bei der Studie mit.

Impfstoff von Moderna («Spikevax»)

Die Schweiz hat sich für das Jahr 2021 13.5 Millionen Impfstoffdosen und für das Jahr 2022 mindestens 7 Millionen Dosen des US-Herstellers Moderna gesichert. Der Impfstoff zeigte in den Zulassungsstudien eine Wirksamkeit von 94% bei den geimpften Testpersonen. Es nahmen rund 30 000 Probanden an der Studie teil. Seit Januar steht der in der Schweiz produzierte Impfstoff im Einsatz.

Impfstoff von Curevac

Der Bund hat mit dem deutschen Pharmaunternehmen Curevac und der schwedischen Regierung einen Vertrag über die Lieferung von 5 Millionen Impfdosen abgeschlossen. Beim Impfstoff handelt es sich um einen mRNA-Impfstoff. Er ist zurzeit noch nicht zugelassen in der Schweiz.

Sowohl Pfizer/BioNTech, Moderna wie auch Curevac setzen auf eine neuartige, aber über 10 Jahre erforschte Technologie. Die mRNA ist eine Art Botenmolekül, das die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen mit sich trägt. Diese übermittelt den Körperzellen die nötige Information, wie sie ein Virus-Protein herstellen sollen. Sobald das Protein im Körper produziert wird, erkennt es das Immunsystem als körperfremd und produziert so Antikörper gegen das Virus. Die Immunantwort bereitet den Körper auf die Bekämpfung des Virus vor. Dieser Film erklärt, wie der mRNA-Impfstoff funktioniert:

Vektorbasierte Impfstoffe

Impfstoff von Janssen

Der Bund hat für 2021 mit der Firma Janssen des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson einen Vertrag über die Lieferung von 150’000 Impfdosen abgeschlossen. Es handelt sich dabei um den dritten Impfstoff, der in der Schweiz zum Einsatz kommt. In der Impfempfehlung wird Menschen ab 12 Jahren weiterhin empfohlen, sich primär mit einem mRNA-Impfstoff impfen zu lassen, da dieser einen sehr hohen Schutz bietet und sehr sicher ist. Den Impfstoff von Janssen empfehlen die EKIF und das BAG jedoch allen Personen ab 18 Jahren, die sich aus medizinischen Gründen nicht mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen können oder die mRNA-Impfstoffe ablehnen. Ausgenommen von der Empfehlung sind Schwangere und immundefiziente Personen. Diesen wird ebenfalls weiterhin empfohlen, sich mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe von Pfizer oder Moderna impfen zu lassen. Der Impfstoff von Janssen wird nur einmal verabreicht (Einmaldosis) und bietet einen sehr guten Schutz vor Hospitalisationen und schweren Verläufen.

Impfstoff von AstraZeneca («Vaxzevria»)

Der Bund hat mit dem britischen Pharmaunternehmen AstraZeneca und der schwedischen Regierung einen Vertrag über die Lieferung von bis zu 5,3 Millionen Impfdosen abgeschlossen. Die Zulassung von AstraZeneca durch Swissmedic ist zurzeit ausstehend.

Da in der Schweiz bereits genügend mRNA-Impfstoffe im Einsatz stehen, spendet die Schweiz einen Grossteil der 5,3 Millionen Impfdosen an die COVAX-Initiative. Diese setzt sich für eine weltweit faire Impfstoffverteilung an die einkommensschwächeren Länder ein.

Bei den Impfstoffen von AstraZeneca und Janssen handelt es sich um vektorbasierte Impfstoffe („Adenovirus“). Diese Impfstoffe bilden Teile der Hülle des SARS-CoV-2-Virus auf einem ungefährlichen Virus nach. Sie bereiten so das Immunsystem auf die Abwehr des Coronavirus vor.