Zuletzt aktualisiert am 12.05.2022

Wie funktioniert die Impfung?

Der Impfstoff ermöglicht dem Körper, eine speziell gegen das Virus gerichtete Immunabwehr aufzubauen. Sobald der Körper dem Virus ausgesetzt ist, kann er es mit der Immunabwehr bekämpfen und eine Erkrankung verhindern. Die Impfung stärkt und trainiert also unser Immunsystem ganz gezielt gegen Covid-19.

Die Immunabwehr über Ansteckung und Erkrankung aufzubauen ist nicht empfehlenswert, da es auch zu einem schweren Krankheitsverlauf und Langzeitfolgen kommen kann. Mit der Impfung erlangt man auf sichere Art einen besseren und längerfristigen Schutz vor Covid-19, ohne sich den Risiken der Erkrankung auszusetzen.

Die Schweiz hat sich Impfstoffe mit Verträgen gesichert

Verträge mit Impfstoffherstellern

Der Bund hat Verträge mit fünf Impfstoffherstellern abgeschlossen. Wenn ein Impfstoff von Swissmedic zugelassen ist, erhält die Schweiz aufgrund des Vertrages die Anzahl reservierter Impfdosen. Die Impfstoffhersteller liefern die reservierten Impfdosen gestaffelt über mehrere Monate in die Schweiz.

  • Pfizer/BioNTech: 6 Millionen Impfdosen für das Jahr 2021 / 7 Millionen für das Jahr 2022 / 7 Millionen für das Jahr 2023
  • Moderna: 13,5 Millionen Impfdosen für das Jahr 2021 / 7 Millionen für das Jahr 2022
  • Janssen: 150’000 Impfdosen im Oktober 2021
  • Novavax: 6 Millionen Impfdosen

Die Schweiz hat genügend Impfstoffe für die gesamte Bevölkerung.

Der Bund strebt weiterhin ein Impfstoffportfolio mit verschiedenen Impfstofftechnologien (mRNA, proteinbasiert, vektorbasiert) an, um zum Beispiel Menschen mit Unverträglichkeiten eine alternative Schutzmöglichkeit anzubieten. Der Bezug der Impfstoffe bei verschiedenen Herstellern soll sicherstellen, dass auch bei Lieferschwierigkeiten genügend Impfdosen eines zugelassenen Impfstoffs zur Verfügung stehen.

Alle Impfstoffe werden von Swissmedic sorgfältig geprüft.

In der Schweiz ist die Heilmittelbehörde Swissmedic für die Zulassung zuständig. Sie entscheidet, ob ein Impfstoff für die Schweizer Bevölkerung zugelassen wird. Kann Swissmedic die Wirksamkeit, die Sicherheit und die Qualität eines Impfstoffes bestätigen, erteilt sie die Marktzulassung für die Schweiz.

In einer ausserordentlichen Situation wie einer Pandemie muss ein Impfstoff trotz aller Dringlichkeit die üblichen Prüfungen bestehen. Der Prüfprozess kann dazu stark beschleunigt werden: Für die Pandemie setzt Swissmedic die „rollende Zulassung“ ein. Rollend, weil die Daten der Impfstoffhersteller fortlaufend eingereicht und durch Swissmedic sofort geprüft werden. Aber bei der Sicherheit gibt es keine Kompromisse – die Prüfkriterien bleiben unverändert.

Was es braucht, damit eine Impfung in der Schweiz zugelassen wird, zeigt dieses Video:

Wie wird die Sicherheit von Impfstoffen überwacht?

Nachdem ein Impfstoff zugelassen wurde, kann dieser verimpft werden. Um die Sicherheit des Impfstoffs zu gewähren, wird der Prozess genau beobachtet und kontrolliert.
Was es für die Impfstoffüberwachung braucht, zeigt dieses Video:

mRNA-Impfstoffe

Impfstoff von Pfizer/BioNTech («Comirnaty»)

  • Impfstoffname: Comirnaty®
  • Zulassung: 19. Dezember 2020
  • Herkunft der Herstellerfirma: USA und Deutschland
  • Dosierung: zwei Impfdosen
  • Wirksamkeit: Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf1 um die 95%
  • Alterszulassung: ab 5 Jahren
  • Reservierte Impfdosen: 6 Millionen Impfdosen für das Jahr 2021 / 7 Millionen für das Jahr 2022 / 7 Millionen für das Jahr 2023

Impfstoff von Moderna («Spikevax»)

  • Impfstoffname: Spikevax®
  • Zulassung: 12. Januar 2021
  • Herkunft der Herstellerfirma: USA
  • Dosierung: zwei Impfdosen
  • Wirksamkeit: Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf1 um die 95%
  • Alterszulassung: ab 12 Jahren
  • Reservierte Impfdosen: 13,5 Millionen Impfdosen für das Jahr 2021 / 7 Millionen für das Jahr 2022

Sowohl Pfizer/BioNTech wie auch Moderna setzen auf eine neuartige, aber über 10 Jahre erforschte Technologie. Die mRNA ist eine Art Botenmolekül, das die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen mit sich trägt. Diese übermittelt den Körperzellen die nötige Information, wie sie ein Virus-Protein herstellen sollen. Sobald das Protein im Körper produziert wird, erkennt es das Immunsystem als körperfremd und produziert so Antikörper gegen das Virus. Die Immunantwort bereitet den Körper auf die Bekämpfung des Virus vor. Dieser Film erklärt, wie der mRNA-Impfstoff funktioniert:

Vektorbasierte Impfstoffe

Impfstoff von Janssen

  • Impfstoffname: COVID-19 Vaccine Janssen®
  • Zulassung: 22. März 2021
  • Herkunft der Herstellerfirma: Deutschland
  • Impfstofftyp: Vektorimpfstoff
  • Dosierung: eine Impfdosis
  • Wirksamkeit: Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf1 um die 85%
  • Alterszulassung: ab 18 Jahren
  • Reservierte Impfdosen: 150’000 Impfdosen im Oktober 2021

Es handelt sich dabei um den dritten Impfstoff, der in der Schweiz zum Einsatz kommt. In der Impfempfehlung wird Menschen ab 12 Jahren weiterhin empfohlen, sich primär mit einem mRNA-Impfstoff impfen zu lassen, da dieser einen sehr hohen Schutz bietet und sehr sicher ist. Den Impfstoff von Janssen empfehlen die EKIF und das BAG jedoch allen Personen ab 18 Jahren, die sich aus medizinischen Gründen nicht mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen können oder die mRNA-Impfstoffe ablehnen. Ausgenommen von der Empfehlung sind Schwangere und immundefiziente Personen. Diesen wird ebenfalls weiterhin empfohlen, sich mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe von Pfizer oder Moderna impfen zu lassen. Der Impfstoff von Janssen wird nur einmal verabreicht (Einmaldosis) und bietet einen sehr guten Schutz vor Hospitalisationen und schweren Verläufen.

Impfstoff von AstraZeneca («Vaxzevria»)

  • Impfstoffname: Vaxzevria®
  • Zulassung: Zulassungsgesuch in der Schweiz zurückgezogen
  • Herkunft der Herstellerfirma: Grossbritannien
  • Dosierung: offen
  • Wirksamkeit: Studien finden statt.
  • Alterszulassung: offen

Da in der Schweiz bereits genügend mRNA-Impfstoffe im Einsatz stehen, spendet die Schweiz einen Grossteil der 5,3 Millionen Impfdosen an die COVAX-Initiative. Diese setzt sich für eine weltweit faire Impfstoffverteilung an die einkommensschwächeren Länder ein.

Bei den Impfstoffen von AstraZeneca und Janssen handelt es sich um vektorbasierte Impfstoffe („Adenovirus“). Diese Impfstoffe bilden Teile der Hülle des SARS-CoV-2-Virus auf einem ungefährlichen Virus nach. Sie bereiten so das Immunsystem auf die Abwehr des Coronavirus vor.

Protein-Impfstoffe

Impfstoff von Novavax (Nuvaxovid® / NVX-CoV2373)

  • Impfstoffname: Nuvaxovid®
  • Zulassung: 13. April 2022
  • Herkunft der Herstellerfirma: USA
  • Impfstofftyp: Proteinmpfstoff
  • Dosierung: zwei Impfdosen
  • Wirksamkeit: Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf1 um die 90%
  • Alterszulassung: ab 18 Jahren
  • Reservierte Impfdosen: 6 Millionen Impfdosen

Er zeigte in Zulassungsstudien eine ähnliche Wirksamkeit wie die mRNA-Impfstoffe und bot einen Schutz vor Covid-19-Erkrankungen von etwa 90 Prozent in allen Altersgruppen. Es können noch keine Aussagen gemacht werden, wie lange der Schutz anhält und wie gut die Wirksamkeit gegen die Delta- und die Omikron-Variante ist. Der Impfstoff wird in zwei Dosen im Abstand von etwa vier Wochen verabreicht.

Der Impfstoff von Novavax eignet sich für alle Personen ab 18 Jahren, die sich aus medizinischen Gründen nicht mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen können oder die mRNA-Impfstoffe ablehnen. Ausgenommen davon sind schwangere und stillende Frauen. Weiterhin wird empfohlen, sich primär mit einem mRNA-Impfstoff impfen zu lassen. Dies gilt insbesondere auch für Personen mit einem geschwächtem Immunsystem. Für diese Impfstoffe liegen bereits umfangreiche Daten vor, welche ihre Wirksamkeit und Sicherheit bestätigen.

Novavax setzt mit dem Proteinimpfstoff auf eine etablierte Technologie. Die Sicherheit und Wirksamkeit von vielen Proteinimpfstoffen sind sehr gut erforscht und seit vielen Jahren im Einsatz erprobt. Proteinimpfstoffe werden bereits gegen Krankheiten wie Hepatitis, Keuchhusten, Gürtelrose und Grippe eingesetzt.
Bei Proteinimpfstoffen werden ausgewählte, harmlose Proteine (Eiweisse) eines Krankheitserregers geimpft. Im Fall von Novavax ist das ein Teil des sogenannten Spike-Proteins des Coronavirus. Zusätzlich enthält der Impfstoff einen Wirkverstärker (ein sogenanntes Adjuvans), damit das Immunsystem ausreichend aktiviert wird. Dem Immunsystem wird beigebracht, wie es den Erreger identifizieren kann. Diese Immunantwort bereitet den Körper auf die Bekämpfung des Virus vor.

Dieser Film erklärt, wie ein Proteinimpfstoff funktioniert:

1 Diese Daten beziehen sich auf die klinischen Zulassungsstudien. Die Wirksamkeit bei neuen Virusvarianten, wie z.B. Delta oder Omikron, kann hiervon abweichen.

Hier finden Sie Informationsmaterial zur Covid-19-Impfung.