Zuletzt aktualisiert am 12.01.2022

Nebenwirkungen, Mythen & Fragen

Nebenwirkungen

Impfstoffe werden von Swissmedic nur zugelassen, wenn sie sicher und wirksam sind. Dafür werden sie gründlich getestet.

Das Risiko ernsthafter Komplikationen bei einer Erkrankung am Coronavirus ist um ein Vielfaches höher als die Wahrscheinlichkeit schwerer Nebenwirkungen aufgrund der Covid-19-Impfung. Anders gesagt: Das Coronavirus ist die Gefahr, nicht die Impfung.

Pfizer/BioNTech haben den Impfstoff in einer Studie mit 43 000 Teilnehmern getestet. Die Hälfte der getesteten Personen erhielt den Covid-19-Impfstoff, die andere Hälfte ein Placebo ohne Wirkung. Bei den Studienteilnehmenden traten klassische Nebenwirkungen auf, die auch nach anderen Impfungen vorkommen. Nebst leichten lokalen Reaktionen um die Einstichstelle, waren dies bei den mit der Covid-19-Impfung Geimpften:

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • schmerzende Muskeln
  • Gelenkschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Fieber

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Diese Symptome waren von kurzer Dauer. Sie treten nach Impfungen häufig auf und zeigen, dass der Körper den Schutz gegen die Krankheit aufbaut. Sie sind also in milder Form auch ein gutes Zeichen.

Seltene Nebenwirkungen oder solche, die nach mehreren Monaten auftreten, konnte die Studie bisher nicht zeigen. Aber die bisherigen Studienergebnisse machen deutlich, dass die Risiken der Krankheit durch das Coronavirus viel höher sind als die Risiken des Impfstoffs.

Ähnlich verhält es sich mit den Nebenwirkungen beim Impfstoff von Moderna: die Hälfte der rund 30 000 Studienteilnehmern erhielt die Covid-19-Impfung, die andere Hälfte ein Placebo. Auch hier waren die Nebenwirkungen klassisch. Und nebst leichten Reaktionen um die Einstichstelle, zeigten sich folgende Nebenwirkungen:

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • schmerzende Muskeln
  • Gelenkschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Fieber
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Schwellung der Lymphknoten

Nebenwirkungen können bei jeder Impfung auftreten, schwere Nebenwirkungen sind aber klar die Ausnahme.

Seit der Zulassung Ende 2020/Anfang 2021 wurden weltweit mehr als eine Milliarde Personen mit diesen Impfstoffen geimpft. Sehr selten gab es schwere Nebenwirkungen. So kam es bei einzelnen Personen zu einer schweren allergischen Reaktion direkt nach der Covid-19-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff. In sehr seltenen Fällen wurden innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung Entzündungen des Herzmuskels oder des Herzbeutels beobachtet, die meist mild waren und gut behandelt werden konnten. Ein Zusammenhang mit der Impfung wird derzeit als möglich beurteilt. Solche Entzündungen treten aber bei einer Infektion mit dem Coronavirus viel häufiger auf als nach der Impfung.

Basierend auf Daten von internationalen Meldesystemen wurden bisher keine Hinweise auf weitere schwere Nebenwirkungen beobachtet. Man würde solche Nebenwirkungen innert weniger Monate nach der Impfung erwarten. Fachleute beobachten mögliche Hinweise weiterhin genau.

In der Schweiz ist die unabhängige Schweizer Heilmittelbehörde Swissmedic für die Zulassung und Überwachung der Covid-19 Impfstoffe zuständig. Sie publiziert laufend die Verdachtsmeldungen von Gesundheitsfachpersonen und Bevölkerung im Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung in der Schweiz. Gesundheitsfachpersonen sind gesetzlich nur zur Meldung von unerwarteten und schwerwiegenden Ereignissen verpflichtet. Dies erklärt, warum ein Grossteil der gemeldeten Ereignisse schwerwiegend ist. Detaillierte Informationen hierzu finden Sie auf: www.swissmedic.ch/covid-19-vaccines-safety-update-de.

Bisher wurden in den USA seit Dezember 2020 über 150’000 schwangere Frauen mit den mRNA- Impfstoffen gegen Covid-19 geimpft mit einem ähnlichen Nebenwirkungsprofil wie bei der restlichen Bevölkerung. In einer spezifischen Überwachungsstudie für Schwangere, welche seit Anfang 2021 laufen, wurden keine negativen Auswirkungen der Impfung auf die Schwangerschaft oder die Entwicklung des Kindes beobachtet.

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Wie wird die Sicherheit von Impfstoffen überwacht?

Erfahren Sie im Video, was es zur Impfstoffüberwachung braucht.

Spitaleintritte geimpfter und ungeimpfter Personen: Der erste Eindruck täuscht – die Impfung schützt.

Die Zahlen der Spitaleintritte von geimpften und ungeimpften Personen zwischen Mitte November und Mitte Dezember 2021 täuschen auf den ersten Blick. Sie erwecken den Eindruck, dass das Risiko eines Spitalaufenthalts für beide Gruppen gleich gross ist. Erfahren Sie im Video, wieso dem so ist und weshalb es sich lohnt, sich impfen und boostern zu lassen.

Studie beobachtet nach einer Coronavirus-Infektion 4x häufiger eine Herzmuskelentzündung als nach einer Covid-19-Impfung

Die in der Schweiz zugelassenen Impfstoffe wirken sehr gut gegen schwere Covid-19-Erkrankungen. Wie alle Medikamente können aber auch Impfungen Nebenwirkungen verursachen. Sie sind jedoch meistens mild und von kurzer Dauer.

In sehr seltenen Fällen wurden innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis) beobachtet, die möglicherweise mit der Impfung zusammenhängen könnten. Mehrheitlich verliefen diese Fälle mild und konnten gut behandelt werden. Typische Symptome einer Herzmuskelentzündung sind Brustschmerzen, Atemnot und starkes Herzklopfen. Wenn solche Symptome in den Tagen nach der Impfung auftreten, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

In einer kürzlich veröffentlichten israelischen Studie mit dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech wurde festgestellt, dass Geimpfte deutlich seltener eine Myokarditis erlitten als Corona-Infizierte: Über alle Altersklassen wurden auf 100 000 Impfungen 2,7 Fälle von Myokarditis beobachtet, auf 100 000 Infektionen 11 Fälle. Auch andere gesundheitliche Probleme traten nach der Impfung viel seltener auf als nach einer Infektion. Den vollständigen Forschungsbericht finden Sie hier.

Die Risiken einer Infektion mit dem Coronavirus sind also deutlich höher als jene der empfohlenen Covid-19-Impfung. Die mRNA-Impfstoffe bieten in allen Altersgruppen einen robusten Schutz – sowohl vor schweren Krankheitsverläufen als auch vor Langzeitfolgen.

Allergische Reaktionen nach der Covid-19-Impfung sind äusserst selten

Mehr als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ist geimpft. Nur sehr selten kam es zu schweren Nebenwirkungen, beispielsweise zu einer starken allergischen Reaktion. Eine solche Reaktion tritt meist unmittelbar nach der Impfung auf und kann gut behandelt werden. Um anschaulich darzustellen, wie häufig diese Nebenwirkung bei der Covid-19-Impfung zu erwarten ist, wird hier ein Vergleich mit anderen Ursachen von allergischen Reaktionen gemacht.

In der folgenden Darstellung werden die Relationen dieses Vergleichs nochmals vereinfacht dargestellt. Es wird sofort ersichtlich, wie gering die Wahrscheinlichkeit von allergischen Reaktionen als Folge nach einer Covid-19-Impfung ist.
Die Zahlen wurden für die bessere Übersichtlichkeit gerundet.

4’889’530 Menschen in der Schweiz haben bis Ende August 2021 mindestens eine mRNA-Impfdosis gegen Covid-19 erhalten.




Faktencheck

Rund um die Covid-19-Impfung kursieren einige Falschmeldungen, Gerüchte und Mythen.
Hier finden Sie wichtige Impf-Fakten und die wissenschaftlichen Erklärungen dazu.

#1 DNA

Fakt:

Ihre Gene bleiben durch den mRNA-Impfstoff unverändert.

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Behauptung:

Der mRNA-Impfstoff kann mein menschliches Erbgut verändern.

Erklärung:

Tatsache ist, dass die mRNA im Impfstoff nicht in den geschützten Zellkern gelangt, wo sich Ihr genetisches Material (DNA) befindet. Die Impfstoffe, die derzeit in der Schweiz zugelassen sind, nutzen die mRNA, um Proteine des Virus in unserem Körper zu produzieren. So kann er lernen, wie das Coronavirus aussieht. Ihr Immunsystem wird das Coronavirus rasch unschädlich machen, falls Sie in Zukunft mit dem Virus in Kontakt kommen. In diesem Video erfahren Sie mehr über die Funktionsweise eines mRNA-Impfstoffs.

#2 Fruchtbarkeit

Fakt:

Es gibt durch die Impfung keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit.

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Behauptung:

Die Impfung kann die Fruchtbarkeit beeinflussen.

Erklärung:

Die Covid-19-Impfung hat keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Die Impfung ist sicher. Sie ist auch sicher, wenn Sie bald oder in Zukunft schwanger werden möchten. Sie hat auch keinen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Plazenta oder den Verlauf einer künftigen Schwangerschaft. Sie können die Impfung zu jedem Zeitpunkt Ihres Menstruationszyklus erhalten. Sie können sich auch impfen lassen, wenn Sie stillen.

Nach der Impfung erkennt der Körper das Coronavirus an seinen typischen Spike-Proteinen und ist in der Lage, das Virus sehr gezielt zu bekämpfen.
Alle in der Schweiz zugelassenen Impfstoffe wurden sorgfältig auf ihre Sicherheit hin untersucht. Es wurden nie Fruchtbarkeitsprobleme als Nebenwirkung einer Impfung festgestellt. Die Covid-19-Impfstoffe bilden da keine Ausnahme und ihre Sicherheit wird weiterhin genau überwacht. Mehr Informationen zum Thema Fruchtbarkeit finden Sie auf der Webseite des BAG. Zudem erläutert Prof. Dr. Claire-Anne Siegrist, Expertin für Infektionskrankheiten, das Thema in diesem Video.

Erfahren Sie in den folgenden zwei Videos mehr zur Behauptung «Unfruchtbarkeit»:

Im Video des Newsportals «Watson» wird auf einfache Art und Weise geschildert, wieso die Behauptung absolut haltlos ist und weshalb sich weder Frauen noch Männer Sorgen um ihre Fruchtbarkeit machen müssen.

Verschiedene Hebammen erklären hier, wieso sie sich für die Impfung einsetzen.

#3 Virus-Varianten

Fakt:

Der Impfstoff wirkt auch gegen Virus-Varianten. Wie gut er gegen die Omikron-Variante wirkt, wird laufend analysiert.

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Behauptung:

Es macht keinen Sinn, sich impfen zu lassen, da der Impfstoff nicht gegen neue Virusvarianten wirken wird.

Erklärung:

Alle Viren verändern sich auf natürliche Weise, solange sie in der Bevölkerung zirkulieren.
Bei der Vermehrung eines Virus kommt es manchmal zu Veränderungen in seinem genetischen Material. Diese Veränderungen werden als Mutationen bezeichnet und führen zur Entstehung einer neuen Variante des Virus. Das ist normal und zu erwarten – oft haben Mutationen keine Auswirkungen oder sind für das Virus schädlich. Gelegentlich verschaffen die Mutationen dem Virus einen Vorteil, so dass es sich als neue Variante in der Bevölkerung ausbreitet. Es wurden bereits eine Reihe von Coronavirus-Varianten identifiziert und beschrieben.
Vor Kurzem wurde eine neue besorgniserregende Variante identifiziert, Omikron. Die Situation wird genau beobachtet, um abzuschätzen, wie gut die Impfstoffe vor diesem Virus schützen.

Solange es Menschen gibt, die nicht vollständig geimpft sind, ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass neue Varianten entstehen und sich verbreiten. Je mehr Personen geimpft sind, desto mehr kann der Einfluss von solchen Varianten verkleinert werden. Die Impfung ist eine gute Massnahme, um die Wahrscheinlichkeit des Auftretens und Verbreitens von Varianten zu verringern.
Giorgio Merlani, Kantonsarzt des Kantons Tessin, erläutert das Thema in diesem Video.

#4 Geschwindigkeit der Entwicklung

Fakt:

Die Sicherheit der Impfstoffe ist trotz der raschen Entwicklung und Testung gewährleistet.

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Behauptung:

Ein Impfstoff, der so schnell entwickelt und getestet wird, kann nicht sicher sein.

Erklärung:

Die globalen Auswirkungen der Pandemie schufen ein aussergewöhnliches Umfeld, um Impfstoffe so schnell auf den Markt bringen zu können. Es kamen verschiedene Interessengruppen zusammen, um die notwendigen finanziellen und logistischen Ressourcen bereitzustellen. Die verschiedenen Phasen der klinischen Studien wurden parallel und nicht wie üblich nacheinander durchgeführt. So konnte viel Zeit gespart werden. Weil die Bevölkerung das Risiko des Virus erkannte, gab es viele Freiwillige für die Teilnahme an den klinischen Studien. Viele wollten mithelfen, einen sicheren und wirksamen Impfstoff verfügbar zu machen. Die Studien waren sehr gross, schlossen viele Teilnehmende ein und generierten somit auch viele Daten zur Überwachung von allfälligen Nebenwirkungen. Mehr Informationen zur Impfstoffentwicklung des Covid-19-Impfstoffs finden Sie in dieser Darstellung.

Die Forschung rund um die mRNA-Technologie war bereits vor der Pandemie in vollem Gange, sie hatte vor über einem Jahrzehnt begonnen. Die Wissenschaftler/-innen arbeiteten eng zusammen, um diese Technologie unter Einsatz der bestehenden Infrastruktur nutzbar zu machen. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic ist die Zulassungs- und Kontrollbehörde für Heilmittel in der Schweiz. Swissmedic hat die Rolle, Impfstoffe in der Schweiz zuzulassen und zu überwachen. Als erste Resultate aus den klinischen Studien vorlagen, begann Swissmedic bereits mit einer rollenden Überprüfung der Daten (unter normalen Umständen werden zuerst alle Studien abgeschlossen, bevor der Überprüfungsprozess beginnt). Dieses Verfahren erlaubte es Swissmedic, die Überprüfung der vorliegenden Ergebnisse noch während der Durchführung der letzten Studien vorzunehmen, ohne die hohen Sicherheitsstandards zu verändern. Die Anforderungen in Bezug auf Wirksamkeit und Sicherheit sind die gleichen wie für jeden anderen in der Schweiz zugelassenen Impfstoff. Alle in der Schweiz zugelassenen und empfohlenen Covid-19-Impfstoffe haben ein starkes Sicherheitsprofil und werden während ihrer Verwendung weiterhin überwacht. Zudem erläutert Dr. med. Anita Niederer-Loher das Thema in diesem Video.

#5 Langfristige Sicherheit der Impfstoffe

Fakt:

Spätfolgen von mRNA-Impfstoffen sind nicht zu erwarten.

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Behauptung:

mRNA-Impfstoffe sind neu und verursachen Spätfolgen.

Erklärung:

Basierend auf den etablierten wissenschaftlichen Erkenntnissen über das Immunsystem und die Reaktion des Körpers auf eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ist die wissenschaftliche Gemeinschaft von der langfristigen Sicherheit der mRNA-Impfstoffe überzeugt, die derzeit in der Schweiz zugelassen und empfohlen sind. Da es das Coronavirus SARS-CoV-2 erst seit kurzer Zeit gibt, war es nicht möglich, Langzeitstudien speziell für Covid-19-Impfstoffe durchzuführen, bevor die Impfkampagnen begannen. Wir wissen von anderen Impfstoffen, dass die meisten unerwünschten Impferscheinungen (UIE) kurz nach der Impfung auftreten. Schwerwiegende UIE sind jedoch gemäss Erfahrung sehr selten und würden sich hauptsächlich in einem Zeitfenster von Monaten nach der Impfung zeigen. Dieser Zeitraum wurde durch die Zulassungsstudien bereits abgedeckt, die mit mehreren Zehntausend Personen mehr als sechs Monaten laufen. Auch in Zukunft wird weiter beobachtet.

Zu den soliden Daten der mRNA-Impfstoffe aus den klinischen Studien kommt nun die Erfahrung aus den Impfkampagnen hinzu: Inzwischen haben über eine Milliarde Menschen weltweit den Impfstoff erhalten und die allermeisten hatten kaum Nebenwirkungen. Bei der Vielzahl an Menschen, die den Impfstoff erhält, und der intensiven Überwachung durch die Zulassungsbehörden weltweit würde ein allfälliges Problem rasch erkannt werden.
Die Schweiz hat ein strenges Zulassungsverfahren für Impfstoffe und ein robustes System zur Überwachung der Sicherheit. So ist garantiert, dass der Schweizer Bevölkerung sichere Impfstoffe zur Verfügung stehen. Die von Swissmedic gesetzten Standards haben sich seit ihrem Bestehen immer wieder als solide erwiesen. Diese Standards gewährleisten die langfristige Sicherheit der in der Schweiz zugelassenen Impfstoffe.

#6 Risiko vs. Nutzen

Fakt:

Der Nutzen der Impfung überwiegt die Risiken.

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Behauptung:

Die Nebenwirkungen der mRNA-Impfung sind schlimmer als eine natürliche Infektion.

Erklärung:

Die mRNA-Impfstoffe wurden bereits Milliarden von Menschen verabreicht. Wenn signifikante schwere Nebenwirkungen auftreten würden, wäre das bei einer so hohen Anzahl von Geimpften inzwischen bekannt. Denn unerwünschte Impferscheinungen (UIE), die nach einer Impfung beobachtet wurden, müssen gemeldet werden. Die Sicherheit der Impfstoffe wird von Swissmedic und anderen Zulassungsbehörden weltweit intensiv überwacht. Alle in der Schweiz gemeldeten unerwünschten Ereignisse sind auf der Swissmedic-Website einsehbar. Die Risiken einer Infektion mit dem Coronavirus sind deutlich höher als die Risiken einer empfohlenen Covid-19-Impfung. Eine Covid-19-Erkrankung kann gefährlich und mit langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen (z. B. Langzeitfolgen von Covid-19) verbunden sein. Die mRNA-Impfstoffe wurden in einem Prozess entwickelt, der kontinuierlich auf die Sicherheit achtet. Die mRNA-Impfstoffe bieten einen robusten Schutz sowohl vor schweren Krankheitsverläufen als auch vor Langzeitfolgen ‒ dies gilt für alle Altersgruppen, denen die Impfung empfohlen ist. Dieser Schutz kann im Laufe der Zeit und durch das Auftreten neuer Virusvarianten abnehmen. Deshalb ist eine Auffrischimpfung für diejenigen wichtig, für die sie empfohlen wird.

#7 Superstämme

Fakt:

Die Impfung kann die Entstehung und Verbreitung von Mutationen reduzieren.

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Behauptung:

Der Impfstoff erhöht das Risiko der Entstehung gefährlicher Virus-Varianten.

Erklärung:

Alle Viren verändern sich auf natürliche Weise, solange sie in der Bevölkerung zirkulieren. Das Virus zirkuliert effektiver in ungeimpften Bevölkerungsgruppen. Bei der Vermehrung eines Virus kommt es manchmal zu Veränderungen in seinem genetischen Material. Diese Veränderungen werden als Mutationen bezeichnet und führen zur Entstehung einer neuen Variante des Virus. Das ist normal und zu erwarten – oft haben Mutationen keine Auswirkungen oder sind für das Virus schädlich. Gelegentlich verschaffen die Mutationen dem Virus einen Vorteil, so dass es sich als Variante in der Bevölkerung ausbreitet.
Die in der Schweiz zugelassenen Impfstoffe haben ein starkes Sicherheitsprofil und eine hohe Wirksamkeit. Sie enthalten keine Coronaviren. Deshalb kann man durch die Impfung weder erkranken noch Viren an andere Personen weitergeben. Stattdessen gibt der Impfstoff dem Körper die Anleitung, wie er das Coronavirus erkennen und eine wirksame Immunantwort dagegen aufbauen kann. Die Impfung verringert das Risiko, am Coronavirus zu erkranken und es weiterzugeben. Der Impfschutz kann mit der Zeit und durch das Auftreten neuer Virusvarianten abnehmen. Deshalb ist eine Auffrischimpfung für diejenigen wichtig, für die sie empfohlen wird. Die Auffrischimpfung kann den Schutz verstärken und dazu beitragen, die Viruszirkulation und damit möglicherweise die Wahrscheinlichkeit des Auftretens neuer Varianten zu reduzieren.

#8 Frühere Infektion

Fakt:

Auch Personen, die bereits mit dem Coronavirus infiziert waren, profitieren von der Impfung.

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Behauptung:

Es macht keinen Sinn, sich zu impfen, wenn man schon mit dem Coronavirus infiziert war.

Erklärung:

Es ist derzeit unklar, wie lange der Schutz nach einer Infektion anhält. Wir wissen, dass eine erneute Infektion mit dem Coronavirus möglich ist. Grundsätzlich sind Sie nach der Infektion eine Zeit lang vor einer neuen Ansteckung geschützt. Wie lange, ist nicht bekannt. Für einen bestmöglichen Schutz ist die Impfung ab vier Wochen nach einer bestätigten Coronavirus-Infektion empfohlen. Eine Impfdosis ist in diesem Fall ausreichend, auf die zweite Impfdosis kann verzichtet werden. Der Impfschutz kann mit der Zeit und durch das Auftreten neuer Virusvarianten abnehmen. Deshalb ist eine Auffrischimpfung für diejenigen wichtig, für die sie empfohlen wird. Die Auffrischimpfung kann den Schutz verstärken und dazu beitragen, die Viruszirkulation und damit möglicherweise die Wahrscheinlichkeit des Auftretens neuer Varianten zu reduzieren. Da eine Covid-19-Infektion mit schwerwiegenden Gesundheitsrisiken verbunden sein kann, ist es sinnvoll, sich durch die Impfung bestmöglich zu schützen.

#9 Positiv testen

Fakt:

Die Impfung kann keinen positiven Test auslösen.

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Behauptung:

Die Covid-19-Impfung kann ein positives Testergebnis hervorrufen.

Erklärung:

Sie können auf Grund der Impfung kein Covid-19 bekommen. In den Impfstoffen sind keine Coronaviren enthalten. Die Impfung verursacht auch keinen positiven PCR-Test bzw. Antigen-Schnelltest. Die Impfungen enthalten Teile des Virus oder ‒ im Fall der mRNA-Impfung ‒ induzieren die Produktion von sehr kleinen Teilen des Virus, die aber von den Tests nicht erkannt werden. Zudem erfolgen Test und Impfung an ganz unterschiedlichen Orten im Körper: Der Abstrich für den Test wird in der Nase oder im Rachen durchgeführt, die Impfung bekommt man in den Oberarm-Muskel. Die Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf die Impfung findet anschliessend lokal und begrenzt im Oberarm statt. Es können keine Bestandteile des Impfstoffs oder Produkte, die durch die Impfung erzeugt werden, vom Arm in den Nasen-/Rachenraum wandern.
Kein Bestandteil des Impfstoffs kann Sie also mit dem Coronavirus infizieren oder einen positiven Test hervorrufen.

#10 Impfschutz

Fakt:

Der Covid-19-Impfstoff bietet, wie alle anderen Impfstoffe, keinen perfekten Schutz vor einer Infektion.

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Behauptung:

Wenn man geimpft ist, kann man sich nicht mehr mit dem Coronavirus anstecken.

Erklärung:

Die in der Schweiz zugelassenen Covid-19-Impfstoffe sind sehr wirksam gegen schwere Erkrankungen. Ungeimpfte Personen infizieren sich viel häufiger als geimpfte Personen. Wie gut die Impfung gegen die Omikron-Variante wirkt, wird laufend analysiert. Allerdings ist keine Impfung zu 100% wirksam, und es kann trotz Impfung selten zu einer Infektion kommen. Die neuesten Daten zeigen, dass die meisten dieser Infektionen mild und von kurzer Dauer sind. Nur sehr selten führen Infektionen bei Geimpften zu einem schweren Krankheitsverlauf und zu einer Hospitalisierung. Derzeit sind die meisten Patienten, die mit einer Covid-19-Infektion ins Spital kommen, nicht geimpft. Da mit der Zeit immer mehr Personen geimpft sind, wird der Anteil der Infektionen bei den Geimpften zunehmen, was zu erwarten ist. Man kann dies mit der Einführung der Sicherheitsgurte im Auto vergleichen: Wenn 100 % der Bevölkerung einen Sicherheitsgurt benutzen, sinkt die Zahl der tödlichen Autounfälle. Passiert es aber doch, dann waren 100 % der Unfallopfer mit Sicherheitsgurten unterwegs. Das heisst nicht, dass die Sicherheitsgurte nicht funktionieren. Wenn immer mehr Menschen geimpft sind, wird die Zahl der Infektionen zurückgehen. Bei den verbleibenden Infektionen wird ein grösserer Anteil bei Geimpften auftreten. Das bedeutet nicht, dass die Impfstoffe nicht funktionieren. Im Gegenteil: Sie sind unser bestes Mittel, um diese Pandemie zu beenden.

Expertenvideos zu häufigen Impf-Mythen

Wer sich aktuell über die Covid-19-Impfung informiert, stösst auch auf Falschmeldungen rund um die Impfstoffe. Unsere Expertinnen und Impfspezialisten Dr. med. Anita Niederer-Loher, Prof. Dr. Christoph Berger, Kantonsarzt Kanton Tessin, Giorgio Merlani und Prof. Dr. Claire-Anne Siegrist ordnen die derzeit kursierenden Mythen aus wissenschaftlicher Sicht ein.

Auf migesplus.ch, der Medienplattform für die Migrationsbevölkerung, finden Sie die Videos zudem in zahlreichen weiteren Sprachen.

Häufig gestellte Fragen