Zuletzt aktualisiert am 20.01.2022

Auffrischimpfung – wichtige Fragen und Antworten

Für einen bestmöglichen Schutz, insbesondere vor einer schweren Covid-19-Erkrankung mit Spitaleinweisung, wird ab 4 Monaten nach einer vollständigen Impfung (Grundimmunisierung) eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff von Moderna oder Pfizer/BioNTech empfohlen.

Für die Durchführung der Auffrischimpfungen sind die Kantone zuständig. Informieren Sie sich auf der Webseite oder bei der Infoline Ihres Kantons, wo Sie sich zur Impfung anmelden können. Oder fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.

Haben Sie noch offene Fragen rund um die Auffrischimpfung? Nachfolgend werden die wichtigsten Fragen und Antworten übersichtlich aufgeführt und einfach erklärt.

Was ist eine Auffrischimpfung, und wozu dient sie?

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Eine Auffrischimpfung ist eine zusätzliche Dosis eines Impfstoffs. Sie wird möglichst verabreicht, bevor die Schutzwirkung der Grundimmunisierung nachlässt. Sie dient dazu, den Impfschutz zu erhalten bzw. wiederherzustellen und zu verlängern. Neben der Covid-19-Impfung verlieren auch andere Impfungen mit der Zeit ihre Wirkung und sollten erneuert werden. Das BAG empfiehlt beispielsweise die regelmässige Auffrischung der Impfung gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf (Tetanus).

Was ist der Unterschied zwischen der Auffrischimpfung und der Booster-Impfung?

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Es gibt keinen Unterschied. Es handelt sich um zwei Begriffe mit derselben Bedeutung. Im Englischen spricht man im Zusammenhang mit der Auffrischimpfung von booster, vaccine booster, booster shot, booster jab oder booster dose.

Was ist der Unterschied zwischen der Grundimmunisierung und der Auffrischimpfung?

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Die Grundimmunisierung umfasst eine oder mehrere Impfungen, die zum Aufbau eines optimalen Immunschutzes gegen einen bestimmten Krankheitserreger und dessen Folgen führen. Sie löst eine Immunantwort aus, die sowohl einen schnellen Schutz als auch ein Immungedächtnis verleiht. Der erreichte Immunschutz kann mehr oder wenig lang anhalten (abhängig vom Impfstoff und vom Erreger). Er kann durch eine Auffrischimpfung aufrechterhalten oder wieder erhöht werden.

Eine Auffrischimpfung oder Booster-Impfung ist die erneute Impfung gegen einen Krankheitserreger. Sie wird Monate nach einer vollständigen Grundimmunisierung zur Auffrischung des Immunschutzes verabreicht. Durch die Auffrischimpfung wird das mit der Grundimmunisierung angelegte Immungedächtnis reaktiviert, was den Immunschutz schnell wiederherstellt und verlängert. Es gibt Impfungen, die lebenslang wirken; andere müssen jedoch wieder aufgefrischt werden. Die Auffrischimpfung unterscheidet sich von der Grundimmunisierung dadurch, dass sie schon mit der einmaligen Gabe einer (evtl. geringeren) Impfstoffdosis innerhalb kurzer Zeit wieder zu einem ausreichenden Immunschutz führt.

Wem wird eine Auffrischimpfung gegen Covid-19 empfohlen?

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Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfehlen allen Personen ab 16 Jahren eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff, wenn die Grundimmunisierung 4 Monate oder länger zurückliegt.

Wieso soll ich eine Auffrischimpfung machen? Was bringt mir die Auffrischimpfung?

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Durch die Auffrischimpfung wird das Immunsystem an den Erreger erinnert. So wird der Impfschutz wieder erhöht und verlängert. Die Auffrischimpfung trägt dazu bei, Sie längerfristig vor einer schweren Covid-19-Erkrankung zu schützen. Kurzfristig kann die Auffrischimpfung auch Ihren Schutz vor Infektionen, milden Erkrankungen und deren Folgen erhöhen und vorübergehend dazu beitragen, die Viruszirkulation zu reduzieren.

Warum sollte ich eine Auffrischimpfung machen lassen, wenn mein Zertifikat noch gültig ist?

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Mit der Auffrischimpfung können Sie Ihren individuellen Schutz vor dem Coronavirus verbessern und – zumindest temporär – auch die Übertragung des Virus auf andere Menschen verringern.

Die mRNA-Impfstoffe schützen sehr gut vor schweren Covid-19-Erkrankungen mit Spitaleinweisungen. Bei Personen ab 65 Jahren zeigt sich aber, dass dieser Impfschutz mit der Zeit abnehmen kann. Bisher ist noch unklar, ob der Impfschutz vor schweren Erkrankungen auch bei Personen unter 65 Jahren und bei neuen Virusvarianten abnimmt. Der Schutz vor einer milden Erkrankung sowie vor der Übertragung des Virus nimmt hingegen bei allen Personen mit der Zeit ab. Gegen die Virusvariante Omikron ist man weniger lange geschützt als gegen frühere Varianten. Die Auffrischimpfung kann dazu beitragen, den Schutz vor Infektionen und milden Erkrankungen und deren Folgen (z. B. Langzeitfolgen von Covid-19) zu erhöhen und die Viruszirkulation vorübergehend zu reduzieren.

Ist die Auffrischimpfung auch gegen Omikron wirksam?

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Aktuelle Daten zur Schutzwirkung der Impfstoffe gegen Infektionen mit der Virusvariante Omikron zeigen eine geringere Wirksamkeit als gegen Infektionen mit der Delta-Variante. Aber gemäss aktuellen Kenntnissen ist man in den ersten Wochen nach einer Auffrischimpfung gut vor einer Ansteckung mit Omikron geschützt. Wie lange dieser Schutz anhält, ist noch unklar.

Gemäss ersten Studien dürfte der Schutz vor schweren Krankheitsverläufen weitgehend erhalten bleiben. Wie gut der Schutz vor einer schweren Covid-19-Erkrankung tatsächlich ist, muss sich in der Praxis noch zeigen.

Die langfristige Wirkung der Auffrischimpfung gegen Omikron ist noch nicht bekannt; einige Impfstoffhersteller arbeiten bereits an angepassten Impfstoffen. Es ist noch unklar, ob und wie deren Einsatz in Zukunft nötig sein wird.

Weitere Informationen zum Schutz vor der Omikron-Variante finden Sie unter der Frage «Wie gut bin ich noch geschützt, wenn ich keine Auffrischimpfung erhalten habe?»

Mit welchem Impfstoff soll ich die Auffrischimpfung machen?

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Grundsätzlich soll für die Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff möglichst derselbe Impfstoff verwendet werden wie für die Grundimmunisierung bzw. die erste/-n Impfung/-en. Wenn der gleiche Impfstoff jedoch nicht verfügbar ist, kann auch der andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden. Wie bei der Grundimmunisierung wird Personen unter 30 Jahren die Auffrischimpfung vorzugsweise mit dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech empfohlen.

Ich bin unter 30 Jahre alt. Kann ich trotzdem die Auffrischimpfung mit Moderna machen, oder muss es Pfizer/BioNTech sein?

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Personen unter 30 Jahren wird die Auffrischimpfung wie die Grundimmunisierung vorzugsweise mit dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech empfohlen. Das kommt daher, dass in sehr seltenen Fällen innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung Entzündungen des Herzmuskels oder des Herzbeutels beobachtet wurden. Diese waren meist mild und konnten gut behandelt werden. Bei Personen unter 30 Jahren wurden solche Entzündungen häufiger nach der Impfung mit dem Impfstoff von Moderna beobachtet. Mit der Empfehlung, für Personen unter 30 Jahren vorzugsweise den Impfstoff von Pfizer/BioNTech zu verwenden, kann dieses sehr kleine Risiko noch weiter reduziert werden.

Momentan ist es aber in erster Linie wichtig, dass möglichst viele Personen ab 4 Monaten nach der Grundimmunisierung eine Auffrischimpfung erhalten – egal, mit welchem mRNA-Impfstoff. Auch Personen unter 30 Jahren können den Impfstoff von Moderna erhalten, wenn der Impfstoff von Pfizer/BioNTech am Impf-Ort nicht verfügbar ist. Entzündungen des Herzmuskels oder des Herzbeutels treten nach einer Infektion mit dem Coronavirus viel häufiger auf als nach der Impfung.

Gilt die Empfehlung für die Auffrischimpfung auch für Schwangere?

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Die Auffrischimpfung wird auch schwangeren Frauen ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel und stillenden Frauen empfohlen.

Ich bin genesen und habe eine Impfdosis erhalten. Entspricht eine 2. Impfung nun einer Auffrischimpfung?

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Eine bestätigte Infektion mit dem Coronavirus und eine Impfdosis eines mRNA-Impfstoffes im Abstand von mindestens 4 Wochen (unabhängig von der Reihenfolge) ergibt eine vollständige Grundimmunisierung. Eine 2. Impfung entspricht in diesem Fall bei Genesenen einer Auffrischimpfung, wenn sie ab 4 Monaten nach der vollständigen Grundimmunisierung erfolgt.

Ich habe mich nach einer kompletten Impfung mit dem Coronavirus angesteckt. Soll ich noch eine Auffrischimpfung machen lassen, oder zählt die neue Infektion als Auffrischimpfung?

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Wenn nach vollständiger Grundimmunisierung eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt wurde, gilt Folgendes:

  • Bei einer Infektion innerhalb von 4 Monaten nach der Grundimmunisierung ist eine Auffrischimpfung 4 Monate nach dieser Infektion empfohlen.
  • Bei einer Infektion, die mehr als 4 Monate nach der Grundimmunisierung erfolgt, ist in der Regel aktuell keine Auffrischimpfung nötig. Ein Auffrisch-Impfzertifikat kann in diesem Fall jedoch nicht ausgestellt werden, da sowohl das Genesungszertifikat als auch das immer noch gültige Impfzertifikat für den Zugang zu 2G-Veranstaltungen ausreichend sind. Falls die Infektion weniger als 120 Tage her ist (gemäss Ihrem Genesungszertifikat), sind Sie in diesem Zeitraum wie Personen, bei denen die Auffrischimpfung weniger als 120 Tage zurückliegt, von der zusätzlichen Testung bei 2G+ ausgenommen.

Welche Nebenwirkungen sind nach der Auffrischimpfung zu erwarten?

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Nach der Auffrischimpfung können die gleichen Nebenwirkungen auftreten wie nach der/-n Impfung/-en der Grundimmunisierung. Sie sind meist mild und von kurzer Dauer. Dies sind normale Anzeichen dafür, dass der Körper den gewünschten Schutz gegen das Coronavirus aufbaut.

Werden in Zukunft weitere Auffrischimpfungen nötig sein?

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Es ist momentan unklar, ob, für wen und mit welchen Impfstoffen in Zukunft weitere Auffrischimpfungen nötig sein werden. Es gibt noch keine Daten zur Wirksamkeit von drei Impfstoffdosen über einen längeren Zeitraum und gegenüber Virusvarianten.

Soll ich mit der Auffrischimpfung warten, bis ein neuer Impfstoff verfügbar ist, der für neue Varianten angepasst wurde?

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Nein, es soll nicht zugewartet werden. Die Auffrischimpfung wird allen Personen ab 16 Jahren ab 4 Monaten nach der Grundimmunisierung empfohlen. Die Auffrischimpfung erhöht den Schutz vor Covid-19. Erste Daten zur Wirksamkeit der Auffrischimpfung zeigen auch gegen die Virusvariante- Omikron zumindest vorübergehend eine starke Erhöhung des Schutzes vor einer Infektion. Bisher kann die Wirksamkeit gegen schwere Erkrankungen mit Spitaleinweisung noch nicht abgeschätzt werden, aber sie dürfte noch wesentlich höher sein als die Wirksamkeit gegen eine Ansteckung mit mildem Verlauf. Bei früheren Varianten (z. B. Delta) war die Wirksamkeit gegen schwere Erkrankungen mit Spitaleinweisung deutlich höher und länger anhaltend als die Wirksamkeit gegen milde Erkrankungen.

Es ist noch unklar, wann angepasste Impfstoffe zur Verfügung stehen und wie sie eingesetzt werden.

Wie gut bin ich noch geschützt, wenn ich keine Auffrischimpfung machen lasse?

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Delta-Variante:
Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs ist bei älteren Menschen, deren Grundimmunisierung mehr als 6 Monate zurückliegt, deutlich höher als bei solchen, die eine Auffrischimpfung erhalten haben. Personen, die seit mehr als sechs Monaten geimpft sind und keine Auffrischimpfung erhalten haben, haben ausserdem ein höheres Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren und das Virus weiterzugeben, als Personen mit Auffrischimpfung.

Omikron-Variante:
Zur Omikron-Variante gibt es laufend neue Erkenntnisse. Erste Studien deuten darauf hin, dass sowohl bei Genesenen ohne Impfung als auch bei zweifach Geimpften der Schutz gegen Omikron am Anfang gut ist, dann aber schneller abnimmt und schliesslich niedriger ist als gegen Delta. Wer 4 Monate nach der vollständigen Grundimmunisierung eine Auffrischimpfung erhalten oder sich mit dem Coronavirus infiziert hat, ist besser geschützt vor einer Infektion mit Omikron. Er ist aber geringer als der Schutz vor einer Infektion mit früheren Virusvarianten. Gemäss aktuellen Kenntnissen ist man in den ersten Wochen nach einer Auffrischimpfung sehr gut vor einer Ansteckung mit Omikron geschützt.
Zur Schutzwirkung der Grundimmunisierung gegen schwere Verläufe bei einer Infektion mit Omikron liegen noch nicht viele Daten vor. Erste Studien zeigen, dass Personen mit vollständiger Grundimmunisierung weiterhin sehr gut gegen schwere Omikron-Verläufe geschützt sind, obschon der Schutz etwas geringer ist als gegen Delta.

Weitere Informationen rund um die Auffrischimpfung finden Sie hier: